Menara-Gaerten: Marrakeschs zeitloser Olivenhain-Rueckzugsort

Ein Almohaden-Becken aus dem 12. Jahrhundert und ein ikonischer Pavillon umgeben von jahrhundertealten Olivenbaeumen mit Blick auf den Atlas.

Entfernung: 2 km von der Medina
Dauer: 1-1.5 Stunden
Beste Reisezeit: Spätnachmittag (Sonnenuntergang)

Ueber die Menara-Gaerten

Die Menara-Gaerten zaehlen zu den aeltesten und beliebtesten Wahrzeichen von Marrakesch und wurden urspruenglich im 12. Jahrhundert unter der Almohaden-Dynastie angelegt. Das Herzstuck ist ein riesiges kuenstliches Becken, das durch ein ausgeklugeltes unterirdisches Bewaesserungssystem gespeist wird, welches Wasser aus dem Atlasgebirge ueber ein Netz jahrhundertealter Khettaras leitet. Das Becken diente sowohl der landwirtschaftlichen Bewaesserung als auch als koeniglicher Rueckzugsort fuer die Sultane.

Der beruehmte Pavillon mit gruenen Dachziegeln, der das Becken ueberblickt, wurde im 16. Jahrhundert von der Saadier-Dynastie erbaut und 1869 unter Sultan Abderrahmane restauriert. Umgeben von einem ausgedehnten Hain mit ueber 100 000 Oliven- und Obstbaeumen erstrecken sich die Gaerten ueber rund 100 Hektar. An einem klaren Tag schafft die Spiegelung des Pavillons im ruhigen Wasser mit dem aufragenden Atlas im Hintergrund eines der meistfotografierten Motive ganz Marokkos.

Anders als viele kostenpflichtige Sehenswuerdigkeiten in Marrakesch sind die Menara-Gaerten voellig kostenlos zugaenglich und bleiben ein beliebter Treffpunkt fuer einheimische Familien, Jogger und Paare, besonders im goldenen Licht des spaeten Nachmittags.

Praktische Tipps fuer den Besuch

Beste Besuchszeit: Kommen Sie etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang fuer das beste Licht und die spektakulaersten Ausblicke auf den Atlas hinter dem Pavillon. Das goldene Nachmittagslicht taucht die gesamte Szene in warme Farben und sorgt fuer unvergessliche Fotos. Vormittags ist es ruhiger, wenn Sie den Olivenhain in Ruhe erkunden moechten.

Anreise: Die Gaerten liegen etwa 2 km westlich von Djemaa el-Fna. Ein Petit Taxi aus der Medina kostet 15-25 MAD (1,50-2,50 EUR). Sie koennen auch entlang der Avenue de la Menara in etwa 25 Minuten zu Fuss gehen. Der Eingang ist gut beschildert und es gibt kostenlose Parkplaetze.

Was Sie mitbringen sollten: Ausserhalb des Olivenhains gibt es wenig Schatten, bringen Sie also Wasser und Sonnenschutz mit, besonders im Sommer, wenn die Temperaturen regelmaessig ueber 40 Grad steigen. Eine Decke oder Matte ist nuetzlich, wenn Sie unter den Olivenbaeumen picknicken moechten — eine beliebte lokale Tradition.

In der Naehe

Die Koutoubia-Moschee und ihre umliegenden Gaerten sind 20 Gehminuten oestlich entlang der Avenue de la Menara entfernt, sodass sich beide Besuche leicht an einem Nachmittag verbinden lassen. Von dort ist Djemaa el-Fna nur noch 5 Minuten weiter — perfekt fuer ein Abendessen nach dem Sonnenuntergang an der Menara.

Der Cyber Park Arsat Moulay Abdeslam liegt etwa auf halbem Weg zwischen den Menara-Gaerten und der Medina und bietet kostenloses WLAN sowie eine weitere angenehme Gruenflaeche zum Ausruhen. Suedlich der Gaerten erstreckt sich der Komplex des Koenigspalastes ueber mehrere Kilometer, ist aber nicht fuer Besucher geoeffnet.

Fuer ein anderes Gartenerlebnis empfiehlt sich ein Besuch des Jardin Majorelle im Stadtteil Gueliz, etwa 4 km noerdlich. Waehrend die Menara weitlaeufig und kostenlos ist, ist Majorelle ein kompakter, intensiv farbiger botanischer Garten mit einem Eintrittspreis von 200 MAD (19 EUR). Zusammen bieten sie zwei gegensaetzliche Seiten von Marrakeschs gaertnerischem Erbe.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die Menara-Gaerten sind voellig kostenlos. Sie koennen um das Becken spazieren, durch den Olivenhain schlendern und die Aussicht auf den Atlas geniessen, ohne etwas zu bezahlen. Nur das Innere des Pavillons erhebt gelegentlich eine kleine Gebuehr von 10 MAD (1 EUR), wenn er geoeffnet ist.

Die meisten Besucher verbringen zwischen 1 und 1,5 Stunden. Das reicht aus, um das Becken zu umrunden, den Pavillon zu fotografieren und einen Teil des Olivenhains zu erkunden. Wenn Sie zum Sonnenuntergang kommen, planen Sie zusaetzliche Zeit ein, um das wechselnde Licht ueber dem Atlas zu geniessen.

Ja, beide Gaerten lassen sich problemlos an einem Tag besichtigen. Der Jardin Majorelle liegt etwa 4 km noerdlich der Menara. Ein guter Plan ist, Majorelle am Vormittag zu besuchen, wenn weniger los ist, und dann am spaeten Nachmittag zur Menara fuer den Sonnenuntergang zu fahren.

Auf jeden Fall. Die Gaerten sind flach, offen und sicher fuer Kinder zum Herumtoben. Es gibt keine Eintrittsgebuehren und die breiten Wege rund um das Becken sind leicht mit einem Kinderwagen zu befahren. Einheimische Familien bringen am Wochenende haeufig ihre Kinder zum Picknicken unter den Olivenbaeumen mit.